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Gemeinde Söchtenau  |  E-Mail: info@soechtenau.de  |  Online: http://www.soechtenau.de

Die Burg bei Siferling

Burg Siferling

Im Jahre 1865 entdeckte der Münchner Lehrer A. Hartmann, auf dem östlich von Siferling gelegenen Buchberg, einen Ringwall. K. Popp erstellte um 1872 einen topographischen Plan.

Die Burganlage befand sich auf einem Plateau mit einem von allen Seiten etwa 25 m ansteigendem Inselberg, mit ovaler Grundform. Die Bewehrung besteht aus einem inneren Ring, einem äußeren 3/4 Ring und einer umfangreichen Toranlage im Nordosten. Der obere Ring umzieht die flachgewölbte Bergkuppe. Der geschützte Innenraum umfasst 1,1 ha. Von dieser ringartigen Befestigung ist eine 2 - 4 m hohe Außenböschung erhalten geblieben. Wallartige Aufschüttungen treten nur im Nordosten und im Südwesten, mit flachen Innenböschungen auf. Ursprünglich darf mit einer in den oberen Hang gebauten Holzerdemauer, mit Erdhinterschüttung, gerechnet werden. Am Fuße der Böschung zieht sich ein Graben entlang, der am besten auf der steilen Südost-Seite, als Hanggraben mit vorgeschütteten Außenwall, erhalten ist.

Der untere 3/4 Ring dient als zusätzliche Sicherung in den flacher geböschten Berghängen. Im Südosten enden die Spuren dieses Ringes etwa 30 m vor der Stelle, an welcher sie auf den oberen Ring treffen müssten. Im Gegensatz zum oberen Ring dürfte unten keine Mauer, sondern nur ein Erdwall mit Außengraben bestanden haben.

Die Toranlage im Nordosten ist kammerartig gestaltet. Es ist eine Toranlage mit drei Durchfahrten, von denen wenigstens die mittlere und innere als Torbauten vorzustellen sind. Die Burg am Buchberg war damit von Norden her zu betreten.

Eine Datierung der Burg ist nur nach dem äußeren Erscheinungsbild möglich. Es gibt hierzu keine Ausgrabungsbefunde.

Die Anlage liegt an der früheren Fernstraße München - Reichenhall und lässt im Zusammenhang mit der See-Enge auf eine Art Kontrollpunkt und Beherbergungsmöglichkeit schließen. Aus Befunden und Vergleichen ergibt sich die Vorstellung einer Straßenstation, die ausschließlich für eine Anlage des 10. Jhd. gehalten wird, denn danach sind weitere wegnahe Höfe eingerichtet worden, in denen von den Reisenden notfalls ebenso Hilfe zu finden gewesen wäre.

Östlich des Buchberges liegt der  Weiler Siferling, 1170 - 73/75 als Subrlingen erwähnt. Gemäß eines neben dem Hof gelegenen Reihengräberfeldes reicht dieser Wohnplatz wenigstens in das 7. Jhd. zurück. Nördlich des Buchberges liegt der Hof Rins, der 1307 erstmals als Vogtei des Chiemseeklosters auftaucht.

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