Zum Inhalt (ALT-C)
Zur Navigation (ALT-N)
Zur Startseite (ALT-S)

Gemeinde Söchtenau  |  E-Mail: info@soechtenau.de  |  Online: http://www.soechtenau.de

Römersteine zwischen Inn und Salzach

Römersteine

Söchtenaus Römische  Meilensteine

Im Rahmen der Söchtenauer Friedhofsmauer-Sanierung wurde im April 2003 ein Teil einer römischen Säule geborgen (Abb.1B). Die Reste einer siebenzeiligen lateinischen Inschrift wiesen die Säule als das schräg abgebrochene Unterteil  eines römischen Meilensteins aus.

 

Nachdem in Söchtenau bereits  drei Meilensteinfragmente gefunden worden waren, war die Überraschung groß, als sich durch Vergleich mit den Inschriften der bisher gefundenen Stücke herausstellte, dass der Neufund zu einem bereits 1810 geborgenen Oberteil eines Meilensteins gehört (Abb. 1 A). Dieser wurde nach München gebracht und am Eingang des Antiquariums aufgestellt.

 

Im April 1944 ging dieser Stein bei einer Bombardierung des Nationalmuseums mit nachfolgendem Brand verloren. Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften bewahrt jedoch einen Abklatsch der Inschrift auf; leider allerdings keine Totalabwicklung des Steins. Die Inschrift nimmt Bezug auf eine Straßenbaumaßnahme im Jahre 201 n. Chr.

 

Das keilförmige Mittelstück (Teil C) zwischen dem Oberteil und dem nun gefundenen Unterteil fehlt.

 

Nicht nur die Entdeckung von zwei zusammengehörenden Bruchstücken, im zeitlichen Abstand von etwas mehr als 200 Jahren, stellt eine Besonderheit dar, sondern auch die Tatsache, dass in unmittelbarer Nähe dieses Fundortes, nämlich im Bereich der südlich, knapp an der Kirche, vorbeifließender Ache, bereits ein Meilenstein geborgen und auch nach München transferiert worden war (Abb. 2). Er diente als Pfeiler für einen Steg über die Ache, unweit der Kirche. Zeitweise wurde er auch als Weihwasserbecken verwendet.

 

Die Inschrift war nur bruchstückhaft erhalten. Sie ließ die Titulatur Caracallas (sein Name war: Marcus Aurelius Antonius) erschließen, wie sie auf den Meilensteinen aus dem Jahre 201 üblich war. Erst später, 1915, wurde eine Entfernungsangabe von 45 Meilen (von Salzburg) entdeckt.

 

1941 wurde neben der Kirche ein römischer Gewichtstein (Abb. 3) aus weiß-rötlichem Marmor, gefundenen.


Alle bisherigen Fundorte der Meilensteine liegen südlich der Römerstraße, im Bereich eines Tales, dessen südliche Hänge steiler ansteigen, während die nördlichen und damit nach Süden orientierten Leiten flacher geneigt sind. Sie bieten von der Topographie her also, ein ideales Terrain für eine Villa rustica (Bauernhaus). Daher erhält die leider nicht durch Funde belegte Nachricht, dass im Garten des früheren Pfarrhofes (heute Bäckerei), in den letzten Jahren des 18. Jahrhunderts,  ein   römischer  Mosaikboden in 6 Schuh Tiefe entdeckt worden sei, durchaus Bedeutung.

 

Die Darstellung der gefundenen Meilensteinfragmente wäre unvollständig, wollte man nicht noch auf die Entdeckung eines weiteren und bei der Bergung leider in drei Teile zerbrochenen Meilensteins, unmittelbar an der Römerstraße in Söchtenau im Frühjahr 1997 hinweisen. Zwar ist an der knapp 2 m hohen Säule, mit einem Durchmesser zwischen 30 und 38 cm, keinerlei Inschrift mehr erkennbar. Auch der Erhaltungszustand des vor Ort aufgestellten Objekts aus stark creme-weiß-geschecktem, ortsunüblichem Kalkstein, ist nicht optimal, aber Gerhard Winkler, Linz, hat ihn in die noch unveröffentlichte Liste der Meilensteine Noricums aufgenommen.


Damit liegt entlang der Trasse Luvavum - Pons Aeni die besondere Situation vor, dass in Söchtenau, im Umkreis von nur 100 m, drei römische Meilensteine gefunden wurden.

drucken nach oben