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Gemeinde Söchtenau  |  E-Mail: info@soechtenau.de  |  Online: http://www.soechtenau.de

Kirchengeschichte

Kirchen

links
Pfarrkirche St. Peter in Schwabering

rechts
Pfarrkirche St. Margaretha in Söchtenau



Schwabering

Haufendorf auf einem Moränenzug in dem von Hochmooren durchzogenen, landschaftlich reizvollen Gebiet nördlich des Simssees. Der Ort wird 924 als "Suaprichingon" erstmals urkundlich erwähnt. Die Schreibung des Ortsnamens wechselte erst im 16. Jhdt. zur heutigen Form. Noch im 16. Jhdt. kommt die ältere Namensform "Schwäbraching" vor. - Schwabering lag seit dem Spätmittelalter im Pfleggericht Kling.

Pfarrkirche St. Peter

Die Kirche reicht offenbar ins frühe Mittelalter zurück und wird 924 erstmals urkundlich erwähnt. Um 1130 schenkte Dietmar im Tal (wohl von Inntal) ein Gut zum Altar des hl. Martinus in Suabriche. Die Kirche besaß bereits im Spätmittelalter Sanctissimum und Sepultur. Schwabering war bis 1921 Filiale der Pfarrei Prutting. Die Kreuztrachten Schwabering und Straßkirchen bildeten, mindestens vom 14. Jhdt. ab, einen eigenen Kooperaturbezirk. Die Schwaberinger Kaplanei ist die älteste der drei Kooperaturen der Altpfarrei Prutting. In einer Pfarrbeschreibung von 1536 wird als einziger Kooperator der "Caplan, der durch die gotzheuser Straßkirchen und Schwabering in den Pfarrhoff gestifft", erwähnt. 1919 wurde Schwabering zur Expositur und 1921 zur Pfarrei erhoben. - Die weltliche Administration der Kirche oblag dem Pfleggericht Kling. Die Kirche gehörte zu den ärmsten des Gerichtes.

Baugeschichte:

Die erste steinerne Kirche entstand in spätromanischer Zeit 12./13. Jhdt. Das romanische Schiff wurde um 1440 durch den Anbau eines spätgotischen Chors erweitert und die Kirche hierauf am 7.6.1445 durch den Salzburger Weihbischof Berthold von Hippo neu konsekriert. Im Laufe des 15. Jhdts. ist ferner ein stattlicher Turm errichtet worden. - Am 27.6.1506 vollzog Weihbischof Nikolaus von Salzburg die Wiederweihe (Reconciliatio) der Kirche und des Friedhofs sowie die Neuweihe eines offenbar kurz vorher neu errichteten "rechten" Seitenaltars zu Ehren des hl. Quirinus. Die Rekonziliation hängt wohl mit einer Entweihung der Kirche im Landshuter Erbfolgekrieg zusammen.

Aus dem 17. Jhdt. sind nur wenige Veränderungen überliefert, die 1655 erfolgte Ersetzung des spätgotischen Estrichs durch ein Ziegelpflaster und eine 1688 durchgeführte Neuverglasung aller Fenster. Es darf vermutet werden, daß die Kirche in der 2. H. 17. Jhdt. auch eine neue Einrichtung erhielt, doch fehlt hiefür jeder unmittelbare archivalische Anhaltspunkt. - 1734 Ausweißung des Chors. - 1740 Einsetzung des Kreuzwegs. - 1749 Barockisierung des Kircheninneren durch Hanns Plankl (Plänckhl), Maurermeister zu Spieln (bei Leonhardspfunzen) und Lorenz Wolf, Zimmermeister zu Ullerting. Diese Umgestaltung umfaßte die Ersetzung der alten, nur aus Brettern und Balken bestehenden Holzdecke des Langhauses durch eine Weißdecke über Hohlkehle (nach dem Muster des Gewölbes der Gottsackerkapelle in Rosenheim), die Errichtung einer neuen verputzten Empore und die Erweiterung der neun Kirchenfenster, ferner eine "schöne" Ausstukkierung, gleichfalls durch Hanns Plankl, und die Anbringung von fünf Fresken an der Decke sowie drei Fresken an der Unterseite der Empore durch Franz Krenzner, Maler und Mesner in Prutting. - 1766 Erweiterung der Sakristei mit Aufbau eines Obergeschosses. - 1814 Renovierung der Kirche mit Einsetzung einer Orgel und Verlängerung der Empore.

Da die Kirche wegen ihrer geringen Ausmaße, der Seelenzahl der Gemeinde längst nicht mehr entsprach, beschloß man 1856 eine durchgreifende Erweiterung und beauftragte 1857 Michael Gaisberger, Maurermeister in Wasserburg, mit der Anfertigung der Baupläne. Dessen erste Risse, die nicht eine Übernahme der alten Chormauern vorsahen, verfielen der Ablehnung durch die Regierung von Oberbayern. Gaisberger Entwarf hierauf neue Pläne zu einem vollständigen Neubau der Kirche unter alleiniger Beibehaltung des alten Turms. Diese zweiten Pläne wurden zwar grundsätzlich genehmigt, doch änderte der K. Bauisnspektor Franz Beyschlag die neuromanischen Formen, die Gaisberger vorgesehen hatte, in neugotische um und zeichnete hiezu auch alle erforderlichen Architekturdetails. Der Neubau der Kirche nach diesen revidierten Plänen wurde Simon Lutz, Maurermeister in Rosenheim, und Wolfgang Winkler, Zimmermeister in Spieln, übertragen. Nach dem im Mai 1858 erforderlichen Abbruch der alten Kirche wurde am 20.6.1858 der Grundstein zur neuen gelegt und der Neubau bereits im Februar 1859 Ausmalung der neuen Kirche durch die Gebrüder Brandner von Reichenhall, nachfolgend 1859/60 vollständige Neueinrichtung. Die Einrichtung der alten Kirche wurde ausnahmslos versteigert. Am 23.9.1860 vollzog Erzbischof Gregor von Scherr die Weihe des neuen Gotteshauses. - 1938 Innenrenovierung nach zeitgemäßen Gesichtspunkten durch Hugo Williroider, Hochstätt am Inn.


Söchtenau

Haufendorf beiderseits der Ache, eines in vielen Windungen zur Murn abfließenden Baches, in einer zwischen Moränenüge eingebetteten Talmulde. Der Ort liegt zunächst der von Pons Aeni nach Bedaium (Seebruck am Chiemsee) führende Römerstraße und wird 924 als "Sehtinaha" erstmals urkundlich genannt. Der Ortsname leitet sich von der "Aha", der Achen, ab; die heutige Namensform auf "-au" ist sehr viel jüngerem Ursprungs. Noch im 16. Jhdt. erscheint die ältere, historisch richtige Namensschreibung "Sechtnach". - Söchtenau lag seit dem Spätmittelalter im Pfleggericht Kling.

Pfarrkirche St. Margaretha

Die Kirche entstand bereits im frühen Mittelalter und wird 924 erstmals urkundlich erwähnt. Söchtenau war Hauptfiliale der Pfarrei Prutting. Schon 1287 und nochmals 1406 fand eine Regelung der Gottesdienste zwischen der Pfarrkirche Prutting und der Filiale Söchtenau statt. 1451 errichtete Christian Pab, Bürger in Wasserburg, in der Kirche eine Wochenmeßstiftung. 1486 stiftete schließlich die Gemeinde eine ewige tägliche Messe auf den St.-Ursula-Altar. Dieses inkurate Benefizium ist 1638/1645 zu einer Kuratie oder Expositur umgewandelt worden. Die Kuraten von Söchtenau wurden als Vikare, oftmals aber auch bloß als Kooperatoren bezeichnet. Nach der Säkularisation wurde die Kuratie 1805 in ein Pfarrvikariat umgewandelt und 1829 zur Pfarrei erhoben. - 1455 erscheinen die Schonstetter als Lehensherrn der Kirche. Später, schon seit E. 15. Jhdt., oblag die weltliche Administration dem Pfleggericht Kling. Die Kirche war gut bestiftet. - 1738 Einführung einer Brüderschaft zur Unbefleckten Empfängnis Mariä.

Baugeschichte:

Die Kirche wurde, wie ihre Stilformen erkennen lassen, um die M. 15. Jhdt. neu erbaut. Aus dieser Zeit stammen Insbesondere der Chor und der Turm, während das Langhaus vielleicht etwas jünger ist. A. 16. Jhdt. wurde das Langhaus durch Anbau eines südlichen Seitenschiffs erweitert und wahrscheinlich auch selbst umgestaltet. Am 19.7.1520 vollzog Berthold Pürstinger, Bischof von Chiemsee, eine Wiederweihe der Kirche, Insbesondere der beiden Seitenaltäre, des einen zu Ehren der elftausend Jungfrauen (St. Ursula) und der hl. Barbara, und des anderen zu Ehren des hl. Wolfgangs und des hl. Florian.

In der M. bis 3. V. 17. Jhdt. Neueinrichtung. 1645 Einsetzung einer neuen Kanzel von Gabriel Perger, Kistler zu Straß bei Söchtenau die vorherige Kanzel war von Stein und befand sich unmittelbar beim Hochaltar. - 1654 Errichtung eines neuen Hochaltars. Wohl etwa gleichzeitig, jedenfalls im 3. V. 17. Jhdt., auch Aufsetzung neuer Seitenaltäre. - 1675, 1693, 1704 und 1710 werden "Paucosten" erwähnt.

1723 Errichtung eines neuen Turmoberbaues (Schallgeschoß und Haube), vermutlich durch Wolf Ganterer im Sagerer bei Pabensham, Gerichtsmauermeister des Pfleggerichts Kling, und Matthias Kronast zu Pfaffing bei Obing, Gerichtszimmermeister von Kling. Der Turm besaß vorher einen spätgotischen Spitzhelm über vier Giebeln. - 1735 Barockisierung des Kircheninneren durch Abschlagung der Gewölberippen, Veränderung der Wandgliederung und Ausstuckierung, ausgeführt durch den Maurermeister Wolf Ganterer sowie Anbringung von Deckengemälden durch Franz Krenzner, Maler und Mesner in Prutting. 1737 Neuverglasung mit teilweiser Veränderung der Fenster. - 1746 Einsetzung des Kreuzwegs. - 1748 Errichtung eines neuen Bruderschaftsaltars im Nebenschiff von Balthasar Mayr d. J., Kistler in Rosenheim mit Fassung von Balthasar Furthner, Maler in Tuntenhausen. - 1750 Herstellung eines neuen Kirchengestühls durch Georg Stein, Kistler in Höslwang. - 1764 bis 1791 Neueinrichtung. 1765 Errichtung eines neuen Hochaltars, um 1765/70 einer neuen Kanzel, um 1780/1790 eines neuen Ursulaaltars und 1791 eines neuen Bruderschaftsaltars.

1815 Vermauerung eines Portals an der Nordseite des Chors. - 1818 Einsetzung einer neuen Orgel von Peter Paul Hörmüller, Orgelmacher in Landsberg, für welch ein neuer Musikchor errichtet wurde. - 1840 neuer Beichtstuhl. - 1853/54 Renovierung und Neufassung der Einrichtung durch Leonhard Mangold. - 1866 Herstellung eines neuen Kirchengestühls. - 1867 Neubau einer Sakristei an der Nordseite des Chors durch Zimmermeister in Aschau bei Söchtenau. (Vorher diente die Turmhalle als Sakristei.) - 1881 war die Ersetzung der barocken Turmhaube durch einen neugotischen Spitzhelm geplant, kam aber glücklicherweise nicht zur Ausführung. - 1886 Innenrenovierung mit Anbringung neuer Deckengemälde durch Joseph Hitzinger, Teisendorf, und dekorativer Ausmalung durch Ludwig Hitzinger, Endorf, der 1886/88 auch die Einrichtung teilweise neu fasste. - 1905 Restaurierung des Chors durch Sebastian Steiner, Fürstenfeldbruck, bereits nach modernen Gesichtpunkten. - 1922 Verlängerung der Kirche um Zwei Joche nach Westen, nach Entwurf von Architekt Anton Wagner, München. - 1926 Restaurierung des Langhauses nach dem Muster des Chors, Ausstuckierung des neuen Westteils und Anbringung neuer Deckengemälde.

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